Jedermannteams im Interview mit Johannes Keil vom ŠKODA Velorace Dresden

In den Starterblocks des ŠKODA Velorace Dresden befinden sich renommierte Teams wie Radsportteams Picardellics Veloteam Dresden, Team Chemnitz.com und Steile Wand. Ihnen haben wir einige Fragen gestellt, um Interessierten, Aktiven und Neulingen beim Dresdner Jedermannrennen die Wartezeit auf den Startschuss mit spannenden und vor allem praktischen Infos zum Rundkurs, Streckenbeschaffenheit und Fahrverhalten zu verkürzen.

Im Interview mit dem Team STEILE WAND, Dirk Dießel und dem TEAM-CHEMNITZ.COM, Sven Hertwig.

Steile Wand team chemnitz

 

Frage: Ihr startet nun schon seit der ersten Auflage regelmäßig in Dresden, warum?

Dirk Dießel: Dresden gilt für uns aufgrund der Wohnortnähe als Heimrennen, was wiederum kurze Anfahrtswege bedeutet. Darüber hinaus weiß die sächsische Landeshauptstadt mit ihrem Charme zu überzeugen. Es gibt viele Zuschauer am Straßenrad, die uns Fahrern ein echtes Rennfeeling vermitteln. Dem kann sich einfach keiner von uns entziehen.

Sven Hertwig: Dieses Rennen hat uns von Anfang an begeistert. Ein Rundkurs vor toller Kulisse – was gibt es Schöneres? Des Weiteren ist es für uns fast ein Heimspiel und da ist eine Teilnahme selbstverständlich.  

 

Frage: Die Strecke quer durch die Innenstadt und entlang einiger Geraden ist anspruchsvoll und schnell. Was genau reizt Euch am Dresdner Rundkurs?

Dirk Dießel: Im Gegensatz zu sehr bergigen Strecken bietet Dresden durch den flachen Stadtkurs die Möglichkeit, geschlossen im Team die gesamte Runde zu absolvieren. Mit zehn Fahrern macht das natürlich richtig Spaß, da es unheimlich Sicherheit gibt. Die schwächeren Fahrer von uns bleiben im Windschatten und verlieren so nicht den Anschluss. So kommen alle einmal in den Genuss, in der Gruppe ein Rennen zu bestreiten. Gerade für Fahrer, die noch nicht so erfahren sind, ist dies immer ein tolles Erlebnis und erfüllt unseren Slogan „eine Leidenschaft – ein Team“ mit Leben.

Sven Hertwig: Ein Rundkurs ist sicherlich nicht ganz ungefährlich, hat aber einen hohen Erlebnisfaktor. Die Strecke mehrfach zu fahren, ist überhaupt nicht langweilig, sondern eher motivierend, da man die Strecke von Runde zu Runde besser kennenlernt. Für die Zuschauer an der Strecke ist das Rennen immer spannend, da ständig Aktion ist und keine Langeweile aufkommt. 

 

Frage: Wie bei allen innerstädtischen Rennen ist auch in Dresden das Schienennetz ein ständiges, weil brisantes Thema. Wie bereitet Ihr Euch darauf vor?

Dirk Dießel: Eigentlich gibt es darauf keine besondere Vorbereitung. Jeder Rennradfahrer sollte wissen, wie er am sichersten über die Schienen fährt. Ansonsten trainieren wir regelmäßig, dass Gefahren und Hindernisse mit Handzeichen ordentlich angezeigt werden. So verhindert man brenzlige Situationen am besten schon im Vorfeld. Auch fahren wir vor dem Rennen mit dem Team die Runde noch einmal ab. Die Gefahrenquellen können wir dann besser einschätzen und werden im Rennen nicht davon überrascht.  

Sven Hertwig: Man kann hier nur sehr aufmerksam und nicht übermotiviert fahren. Ständige Konzentration bis zur Ziellinie ist absolut angebracht. Weiterhin helfen klare Kommandos innerhalb des Feldes, damit die Nachfolgenden auf Hindernisse vorbereitet sind. 

 

Frage: Bleiben wir beim Thema: Zwar gab es in Dresden laut dem Bericht des Deutschen Roten Kreuz keine Stürze im Bereich der Schienen. Dennoch sind hier die Radsportler verständlicherweise besonders auf der Hut. Gibt es, speziell für Radsport-Neueinsteiger oder Fahrer, die erstmals in Dresden dabei sind, Tipps, wie man mit anspruchsvollen Stellen umgeht, zum Beispiel mit Schienen, die die Fahrer überqueren müssen? Denn ein Abdecken der Schienen ist ja nicht möglich.

Dirk Dießel: Schienen sind eher weniger das Problem. Mehr Stürze gibt es aus dem Rennverlauf heraus, etwa weil nicht ordentlich gefahren oder nicht korrekt angezeigt wird, oder weil sich einzelne Fahrer überschätzen und dann mit nachlassender Kraft auch die Konzentration nachlässt. Wir erleben leider auch sehr oft bei Radrennen, dass einzelne Fahrer zu ehrgeizig sind und unbewusst ziemlich rücksichtslos fahren. Das ist viel gefährlicher, als die Schienen in Dresden.

Sven Hertwig: Wie gesagt ist es für jeden Fahrer wirklich unbedingt notwendig, ständig hochkonzentriert zu bleiben. Besonders gegen Ende des Rennens neigen Anfänger dazu, sich von der Euphorie an der Strecke mitreisen zu lassen und werden unkonzentriert. Doch neben den Schienen gibt es auch Bordsteinkanten und Absperrgitter, auf die man achten sollte. Vorausschauendes Fahren und die Ruhe bewahren ist zwingend notwendig.

 

Frage: In Dresden gibt es, wie Ihr aus den vergangenen Jahren wisst, neun Schienenquerungen. Welche hat besonderes Augenmerk verdient? (zum Beispiel Ostra-Allee, Bahnhof Mitte, die 180 Grad-Wende Stübelallee/Karcherallee, Schienenknotenpunkt Blasewitzer Str.)

Dirk Dießel: Gefährlich wird es immer dann, wenn die Schienen parallel zur Fahrtrichtung verlaufen. Das ist aber zum Glück nur ganz selten der Fall und diese sind durch Leitmaterialien aus der Verkehrstechnik angezeigt. Da man in Dresden die Runde ja mehrmals fährt, hat man genug Zeit, sich darauf einzustellen und das Risiko etwas zu minimieren. Gut ist auch, sofern das geht, wenn man etwas Platz zum Vordermann lässt. So kann man zur Not noch reagieren wenn es doch zum Sturz kommen sollte. Generell gilt: Schienen immer so frontal wie möglich überfahren. Dann kann nichts passieren.

Sven Hertwig: Tatsächlich verdient die 180 Grad-Wende besondere Aufmerksamkeit.  

 

Frage: Ganz allgemein: Wie sind die Sicherungsmaßnahmen beim ŠKODA Velorace Dresden? Fühlt Ihr Euch gut aufgehoben?

Dirk Dießel: Ja, wir fühlen uns sehr gut aufgehoben. Das zeigt sich ja schon daran, dass wir jedes Jahr so zahlreich starten. Die Streckensicherung war in den vergangen Jahren immer sehr vorbildlich, so dass wir nie brenzlige Situationen erleben mussten. Da können sich viele Veranstalter schon noch was abschauen.

Sven Hertwig: Wir finden die Organisation sowie die Absicherungsmaßnahmen wirklich sehr gut und hatten in der Vergangenheit immer ein sehr gutes Gefühl. Auch für dieses Jahr gehen wir wieder von einem sehr sicheren, erlebnisreichen Rennen aus und freuen uns sehr darauf.  

 

Vielen Dank an die Teams für die Mitwirkung.


Stand: 28.06.2015


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