Interview mit Bert Grabsch

Kategorie: Interviews

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Frage: Woran denken Sie als Radrennfahrer als Erstes, wenn es um Dresden geht? Welche Erfahrungen haben Sie mit Dresdner Pflaster?

Bert Grabsch: In Dresden bin ich mein erstes Rennen gefahren, damals als ich 1989 ziemlich frisch auf der Sportschule in Leipzig war. Das bleibt natürlich als beeindruckendes Erlebnis hängen, wenn man dann gleich vor so einer schönen Kulisse – unter anderem der Semperoper – antreten darf!

 

Frage: Warum sollten Hobbyradsportler beim Dresdner Jedermannrennen teilnehmen?

Bert Grabsch: In erster Linie, weil es Spaß macht! Es ist schon was besonderes, durch diese historische Stadt zu fahren auf gesperrten Strecken, die sonst nur Autos vorbehalten sind. Das gibt es viel zu genießen für die Teilnehmer: Stadt, Leute – und hoffentlich auch gutes Wetter.

 

Frage: Gibt es Radsport-Erlebnisse, die Sie besonders mit Dresden verbinden?

Bert Grabsch: Natürlich mein Sieg der Sachsen-Tour im Jahr 2008! Das war ein echtes Highlight: Am Schluss am Zwinger entlangzufahren und dann auf die Zielgerade zu kommen. Was aber auch unvergessen bleibt sind Schmerzen: Nie zuvor und zu keiner Zeit danach hatte ich solch großflächige Hautabschürfungen und damit Schmerzen infolge eines Sturzes bei meinem zweiten oder dritten Rennen in Dresden anfangs der Neunziger. Der ganze Ober- und Unterschenkel war oberflächlich aufgerissen. Zwar bin ich weitergefahren und habe den Wettkampf auch am nächsten Tag fortgesetzt. Aber ich hatte ganz schön zu kämpfen.

 

Frage: Welche Trainingstipps können Sie unseren Teilnehmern zur Vorbereitung geben?

Bert Grabsch: Ich würde auf jeden Fall mal die zu erwartende Stundenzahl, die man beim Rennen am 10. August im Sattel sitzt, zwei oder drei Mal fahren. Je nachdem, welche Strecke man wählt, ca. 60 Kilometer oder 100 Kilometer, da kommen jeweils rund gute eineinhalb Stunden oder eben knapp vier Stunden zusammen. Da sollte man schon wissen, was auf einen zukommt. Außerdem ist eine gute Kraftreserve notwendig, das heißt, den Kohlehydratspeicher ordentlich mit entsprechender Nahrung gut auffüllen. Sonst kommt während des Rennens der Mann mit dem Hammer und haut einen aus dem Sattel.

 

Frage: 2013 haben Sie Ihre aktive Profikarriere beendet. Was kommt nun?

Bert Grabsch: Ich sondiere derzeit noch und schaue, welche Tätigkeit mit gut gefallen könnte. Da kommt einiges infrage, aber festgelegt habe ich mich noch nicht. Nach 15 Jahren Profizeit und insgesamt 29 Jahren im Radsport braucht es einfach eine vernünftige Auszeit, um sich über Zukünftiges klar zu werden. Gut vorstellen kann ich mir eine Aufgabe im Radsport.

 

Frage: Was wünschen Sie den Dresdner Jedermännern?

Bert Grabsch: Auf jeden Fall wünsche ich allen Teilnehmern eine sturzfreie Fahrt! Außerdem sollen sie mit viel Spaß an die Sache rangehen, weil es etwas wirklich Besonderes ist, auf so einer spannenden und schönen Strecke durch Dresden zu fahren. Und schließlich wünsche ich allen Jedermännern, dass sie sich freuen und stolz auf sich sind, dass sie ihre Strecke gemeistert und es ins Ziel geschafft haben.


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